Shelter

Konzert #189
Sonntag, 27. September 2015, 20 Uhr

Ken Vandermark - Tenorsaxofon
Nate Wooley - Trompete
Jasper Stadhouders - E-Bass & E-Gitarre
Steve Heather - Schlagzeug

Das musikalische Universum des US-amerikanischen Saxofonisten und Klarinettisten Ken Vandermark kennt nur ein Gesetz: Ausdehnung und Forschungen in alle Richtungen. Der 1964 geborene Musiker gehört ohne Zweifel zu den auffälligsten und produktivsten Freigeistern des Gegenwartsjazz. Verbunden war sein Name lange Zeit vorzugsweise mit der inzwischen aufgelösten Band THE VANDERMARK 5, deren Hinterlassenschaft, nachzuhören auf vielen wunderbaren Alben, mit zum Spannendsten gehört, was das Genre seit den 1990er-Jahren hervorgebracht hat.

Als begnadeter und unermüdlicher Komponist von Musik für Solosaxofon, Duos oder Bands betrieb Ken Vandermark schon immer viele Projekte gleichzeitig. Mehrere davon sind wieder von der Bildfläche verschwunden, andere neu hinzugekommen. Noch im November 2014 war er in Leer mit seinem jungen Quartett MADE TO BREAK zu erleben, das dem Publikum ein kochendes Gebräu aus funkigen Grooves, elektronischen Klängen und freien Improvisationen bot. Bereits zehn Monate später kommt er nun zurück mit dem nächsten neuen Projekt, der Band SHELTER, die im September ihre ersten Konzerte überhaupt geben wird.

Wie man es von Vandermark nicht anders erwartet, ist deren Besetzung handverlesen. Seine Mitstreiter sind der US-Trompeter Nate Wooley, mit dem er auch im Duo zusammenarbeitet, der junge holländische Gitarrist und Bassist Jasper Stadhouders, der auch zur aktuellen Besetzung von MADE TO BREAK gehört, sowie der australische Schlagzeuger Steve Heather, häufigen Gästen von »Jazz live im Speicher« auch bekannt als Partner von Tobias Delius in dessen Trio BOOKLET.

Das Bandprojekt SHELTER ist taufrisch. Wohin es die vier Musiker führen wird, ist offen. Aber um genau dieses musikalische Abenteuer geht es ihnen. Vandermark, Wooley, Stadhouders und Heather verstehen sich als »kreative Kooperative«, in der sie ihre je individuellen kompositorischen und improvisatorischen Qualitäten ausloten und dann zu einer gemeinsamen Bandästhetik zusammenführen wollen.

Das Konzert des Quartetts in Leer findet im Rahmen einer kleinen Europatour statt. Weitere Auftrittsorte sind Oslo, Salzburg und Paris.