Bänz Oester & The Rainmakers

Konzert #195
Donnerstag, 31. März 2016, 20 Uhr

Ganesh Geymeier - Tenorsaxofon
Afrika Mkhize - Klavier
Bänz Oester - Kontrabass
Ayanda Sikade - Schlagzeug

Je zwei Musiker aus der Schweiz und Südafrika bilden das Quartett The Rainmakers. Fast automatisch weckt es Erinnerungen an eine Zeit, als jazzmusikalische Begegnungen zwischen beiden Ländern aus der Not entstanden: Nachdem in den 1960er-Jahren viele südafrikanische Jazzmusiker ihre vom rassistischen Apartheid-Regime beherrschte Heimat verlassen hatten, lebten sie als Exilanten in New York, London oder – was weniger bekannt ist – in Zürich. Südafrikanischer Jazz war dort jetzt gleich um die Ecke zu hören und beeindruckte die Jazzszene im Alpenland nachhaltig. Eine Erinnerung an diesen Einfluss bot das unvergessene Konzert der Pianistin Irène Schweizer und des Where’s Africa Trios im Kulturspeicher am 9. Mai 2009.

Die Zeit der Apartheid ist vorbei. Wie ist es um den Jazz am Kap heute bestellt? Er ist vielstimmig und inspirierend wie in den 1960er-Jahren, aber nur hin und wieder lernt man einzelne seiner aktuellen Vertreter auch in Europa kennen. Womit wir bei der Geburtsstunde der Rainmakers sind: 2011 treffen der Schweizer Bassist Bänz Oester und sein Tenorsaxofon spielender Landsmann Ganesh Geymeier auf einem Jazzfestival im südafrikanischen Grahamstown auf den Schlagzeuger Ayanda Sikade und den Pianisten Afrika Mkhize, beide in Johannesburg lebend. Aus einer Festivalbegegnung wird eine feste Band.

Seit 2012 tourt das interkontinentale Quartett auch in Europa und hat inzwischen zwei Alben vorgelegt. Das aktuelle trägt den schönen Titel »Ukuzinikela«. Das Wort stammt aus der Zulu-Sprache und meint die Fähigkeit, zu teilen und zu geben, ohne daraus Vorteile für sich zu ziehen. Dass beide Alben live eingespielt wurden, »Ukuzinikela« auf dem renommierten Jazzfestival im schweizerischen Willisau, überrascht nur jene, die die Band bislang nicht kennen: Aus John Coltrane, Jacques Brel, altem Liedgut aus der Schweiz, südafrikanischer Rhythmik und anderen Zutaten kreieren die Rainmakers, so das deutsche Magazin »Jazzpodium«, »Auftritte der Extraklasse«. Für den Musikkritiker Rolf Thomas war deren Konzert auf der Bremer Messe »jazzahead!« sogar eines der besten des vergangenen Jahres.

Postskriptum: Für all jene, die noch darüber nachdenken, wo ihnen der Name des Pianisten der Rainmakers schon einmal begegnet ist, kommt hier die Auflösung: Afrika Mkhize, der in seiner südafrikanischen Heimat auch ein gefragter Produzent ist, war musikalischer Leiter der letzten Band von Miriam Makeba (1932–2008).

»UKUZINIKELA:
being able to give or share
without any hesitation
for the benefit of goodness,
grace and mankind the world over.«
The Rainmakers zum Titel ihres aktuellen Albums