Anna Webber Trio

Konzert #197
Donnerstag, 26. Mai 2016, 20 Uhr

Anna Webber - Tenorsaxofon & Querflöte
Matt Mitchell - Klavier
John Hollenbeck - Schlagzeug

Die Suche nach dem richtigen Instrument kann manchmal Jahre dauern. Anna Kristin Webber, geboren 1984 im kanadischen Vancouver, findet es schließlich am Ende ihrer Highschoolzeit. Als junges Mädchen war sie zunächst an Klavier und Cello unterrichtet worden. Danach lernte sie Querflöte, um dann auf der Highschool ihre Leidenschaft für Alt- und Tenorsaxofon zu entdecken. Letzteres ist heute ihr Hauptinstrument, geblieben ist außerdem ihre Liebe zur Querflöte.


Spätestens seit der Highschool weiß Anna Webber, was sie werden will: Jazzmusikerin. 2003 zieht sie zum Studium nach Montréal, von dort geht es weiter an die Manhattan School of Music in New York. 2011/12 führen sie ihre Jazzstudien dann auch nach Berlin.

Aktuell lebt die Kanadierin im New Yorker Stadtteil Brooklyn. Dort hat sie 2013 mit dem Pianisten Matt Mitchell und dem Schlagwerkkünstler John Hollenbeck das Album »Simple« eingespielt, das sie mit ihren namhaften US-Kollegen auch in Leer vorstellen wird. Es ist vielleicht ihr bislang größter Wurf, ein jazzmusikalisches und soundtechnisches Schmuckstück, das Anna Webber endgültig auch als großartige Komponistin ausweist. Kritiker waren nach der Veröffentlichung 2014 voll des Lobes und fühlten sich bestätigt, hatten sie die Musikerin doch schon Jahre zuvor als »one of a growing number of Canadian-bred talents« bezeichnet.

Die Musik auf dem Album »Simple« hat alles, was modernen Jazz oder, wie Anna Webber vermutlich sagen würde, »free music« so reizvoll macht: Ernsthaftigkeit und Humor, Struktur und Improvisation, Stille und Unruhe, Melodisches und Atonales, Virtuosität und Einfachheit. All das gehe auf »Simple« zusammen, »als wäre es das Natürlichste der Welt«, meint ein Kritiker und bringt damit das facettenreiche, dennoch in sich geschlossene Werk auf den Punkt. Anna Webber ist darauf meist am Tenorsaxofon zu hören, dem sie »mal hauchend, mal brüllend, singend, hackend, schnatternd oder wispernd« alles abverlangt.

Und was ist mit den Traditionen des Jazz? Darauf hat Anna Webber schon 2011 die passende Antwort gegeben: »I mean you can't play free music without checking out the older stuff.«

»After all, there is a certain history of the jazz tradition that is quintessentially American. And even if you play more free music or whatever, I mean you can't play free music without checking out the older stuff, but there is an honesty that comes from having that tradition in your playing.«
Anna Webber