Barry Altschul’s 3Dom Factor

Konzert #202
Donnerstag, 1. Dezember, 20 Uhr

Jon Irabagon - tenor sax
Joe Fonda - double bass
Barry Altschul - drums

Ein dreiköpfiges Dreamteam aus den USA beschließt das Leeraner Jazzjahr 2016. Gründer von 3Dom Factor ist der 73-jährige Schlagzeuger Barry Altschul (Bildmitte). Um einiges jünger ist Bassist Joe Fonda (geb. 1954), fleißigen Konzertgängern in Leer durch die Nu Band noch in bester Erinnerung. Dritter im Bunde: Jon Irabagon (geb. 1979). Die Karriere und Bekanntheit des Saxofonisten und jüngsten Triomitglieds sind vor allem verbunden mit einem Namen: Mostly Other People Do The Killing. Es ist nicht nur dieser Bandname, mit dem das New Yorker Quartett punktete. Der Spielwitz, die Virtuosität und der rotzfreche Umgang der Musiker mit der Jazzgeschichte ließen es zu Kritiker- und Publikumslieblingen werden.

Tief in dieser Jazzhistorie verwurzelt ist das Musikerleben von Barry Altschul. Der 1943 geborene Schlagzeuger ist Sohn einer Musikerfamilie aus der New Yorker South Bronx. Der Durchbruch gelang ihm Anfang der 1970er-Jahre mit dem legendären Quartett Circle an der Seite von Chick Corea, Dave Holland und Anthony Braxton. Altschul hat sich auch mit afrikanischer, indischer, brasilianischer und karibischer Musik auseinandergesetzt, vor allem aber immer wieder und mit den Jahren immer mehr mit den Traditionen des Jazz, mit Bebop, Hardbop und Swing. Als raffinierter, sich stilistisch bestens auskennender Perkussionist gilt er auf dem weiten Feld der zeitgenössischen Improvisationsmusik als gefragter Sideman.

Im Trio 3Dom Factor tritt Altschul als Bandleader auf, versteht aber die seit mehreren Jahren bestehende Formation als Kollektiv. »Tales Of The Unforeseen« (»Kleine Geschichten vom Unvorhergesehenen«) heißt das nicht mehr ganz neue, aber immer noch aktuelle Album des Mehrgenerationen-Ensembles. »Der grundlegende Ansatz für diese Aufnahme war, sich frei zu spielen.« Nichts sei, so Altschul, geplant gewesen: keine Noten, keine spezifischen Konzepte. Nach einer Tour durch den Nordosten der USA seien sie ins Studio gegangen, bereit, einfach nur zu improvisieren und so Stücke fürs geplante Album zu entwickeln. Zwischendurch, mehr zur Entspannung, hätten sie allerdings auch einige schon fertige Kompositionen gespielt. »Beim Nachdenken über den Albumtitel für diese Aufnahmen, wollte ich ein Wort finden, um das zu beschreiben.« Nicht im Titel vorkommen sollte das Wort »Improvisation«. Ein Freund kam mit dem Begriff des »Unvorhergesehenen«.

»Ich hoffe, dass diejenigen, die diese Musik hören,
so viel Spaß dabei haben, wie wir beim Spielen. Enjoy!«
Barry Altschul