Andreas Willers »7 of 8«

Konzert #201
Freitag, 18. November 2016, 20 Uhr

Andreas Willers - electric guitar
Matthias Schubert - tenor sax
Benjamin Weidekamp - alto sax, clarinet & bass clarinet
Tom Arthurs - trumpet
Jörg Huke - trombone
Meinrad Kneer - double bass
Christian Marien - drums

Für die Zeitschrift Jazzthetik gehörte es 2000 zu den zwanzig besten Alben, die das Münchner Label Enja Records bis dato veröffentlicht hatte: »The Ground Music«, eingespielt von einer achtköpfigen, international besetzten Minibigband unter der Regie des Gitarristen und Komponisten Andreas Willers.

Geboren 1957 in Rendsburg, hatte Willers seinerzeit bereits einen langen Weg des Ausprobierens, Studierens und Experimentierens hinter sich. Er hatte sich geschult am Gitarrenton von Jim Hendrix, Blues mit der Charly Schreckschuss Band gespielt, kreativ Jazz, Pop, Minimal Music und elektronische Musik kombiniert und in den 1990er-Jahren an der Hochschule für Musik »Hanns Eisler« in Berlin unterrichtet. Auf seinem Pfad zum eigenen Stil war er mit den Jahren auch immer weiter in avantgardistische Musikkontexte vorgedrungen.

Willers, der neben vielen anderen mit Gebhard Ullmann, Enrico Rava, Trilok Gurtu, David Murray und Paul Bley gespielt hat, gilt als ein Gitarrist, der im Verknüpfen von intellektuellem Anspruch und spielerischer Leidenschaft immer wieder neu verblüffen kann. So auch 2000, als der Gitarrentüftler mit seinem Oktett-Album aufhorchen ließ. Zu hören sind auf »The Ground Music« sehr dichte Themen, herrliche Bläserstimmen und expressive Solo- und Kollektivimprovisationen. Jenseits irgendeines Genre-Denkens ist eine geradezu überschäumende Spielfreude vernehmbar, hin und wieder gar eine gewisse selbstironische Distanz zum eigenen Tun.

Seit 2013 gibt es eine Neuauflage dieses Projekts. Der musikalische Ansatz ist geblieben, einiges ist heute allerdings anders: Willers hat eine fast komplett neue Band um sich. Diesmal sind es sieben Musiker, die allesamt in Berlin leben, was vieles leichter macht. Außerdem, so Willers, habe sich durch neu komponierte Stücke das Programm verändert. Die Musik des damaligen Oktetts sei sozusagen aktualisiert worden: »Elemente von verschiedenen ethnischen Musikstilen habe ich in den Kompositionen etwas verringert und der Fokus liegt heute eindeutiger auf zeitgenössischem Jazz mit Elementen von Rock und der Tonsprache der Neuen Musik. Wir bringen also die Avantgarde zum Grooven.«

»Wir bringen die Avantgarde zum Grooven.«
Andreas Willers