PABLO HELD TRIO

Foto: Jürgen BrindrimKonzert #220 — Sonntag, 16. September 2018, 20.00 Uhr

Pablo Held - Klavier
Robert Landfermann - Kontrabass
Jonas Burgwinkel - Schlagzeug

Foto: Jürgen Brindrim

Dreiergespanne in der Besetzung Klavier, Bass und Schlagzeug sind in der Jazzmusik nicht eben selten. Unter diesen vielen gab und gibt es wiederum viele, die herausragen. Zu den lebendigsten Klaviertrios der Gegenwart gehört das Pablo Held Trio, das immer wieder neu die Aufmerksamkeit von Publikum und Musikkritik auf sich zieht und mit  »Investigations« in diesem Jahr sein inzwischen zehntes Album vorgelegt hat.

Pablo Held ist Jahrgang 1986, das heißt: Anfang 30 und doch schon seit Jahren einer der bekanntesten Protagonisten des aktuellen Jazz in Deutschland. Dass seine Karriere sehr früh begann, ist schnell erklärt: Geboren im nordrhein-westfälischen Herdecke wächst er in einer Musikerfamilie auf. Der Vater ist Pianist, Komponist und Musiklehrer, seine Mutter spielt Klavier und Gitarre und komponiert ebenfalls.

Zunächst mehr dem Schlagzeug zugeneigt, wechselt Pablo Held als Zehnjähriger zum Klavier. Mit 18 beginnt er ein Jazzstudium in Köln, wo er schon bald jenes Pianotrio gründet, das ihn bekannt macht. Und nicht nur ihn: Heute, über ein Jahrzehnt nach der Gründung, nach ungezählten Konzerten im In- und Ausland, nach vielen Alben (darunter 2014 ein gemeinsames mit dem Gitarristen John Scofield), nach Preisen und Auszeichnungen gehören auch Helds Triopartner mit zum Besten, was der heimische Jazz zu bieten hat. Bassist Robert Landfermann und Schlagzeuger Jonas Burgwinkel sind inzwischen das meistgeschätzte und weit über ihre Trioverpflichtungen hinaus das meistbeschäftigte Jazzrhythmusduo im Lande.

Was macht dieses Triumvirat so besonders? Kritiker heben den souveränen Zugriff des Trios auf unterschiedlichste Spielarten zeitgenössischer Musik oder auch die brillante Improvisationskunst der Musiker hervor. Das Trio bewege sich »wie ein eigener Organismus«, schwärmt Michael Rüsenberg und trifft damit den Kern, um den sich bei Held, Landfermann und Burgwinkel alles dreht: deren schlafwandlerische Leichtigkeit und Selbstverständlichkeit im gemeinsamen gleichberechtigten Musizieren. Auf Festlegungen, die Abfolge von Themen und einen vorgezeichneten Weg, diese zu präsentieren, wird bei Konzerten verzichtet. Das Risiko radikaler Spontaneität verleiht dem Trio seit Jahren Flügel, so dass es zum Modell einer eigenen Ästhetik geworden ist. Getragen wird das Zusammenspiel von langjähriger Freundschaft und dem schöpferischen Willen, beständig Neuland zu betreten.

In Leer ist das Trio zum zweiten Mal zu Gast. Angereist kommt es Hamburg, wo es tags zuvor in der Elbphilharmonie auftreten wird.

»One of the great groups in music today.«
John Scofield