MADE TO BREAK

Konzert #221 – Sonntag, 7. Oktober 2018, 20 Uhr

Ken Vandermark - Tenorsaxofon, Klarinette
Christof Kurzmann - Electronics
Jasper Stadhouders - E-Bass
Tim Daisy - Schlagzeug

Sein musikalisches Universum kennt nur ein Gesetz: Ausdehnung und Forschungen in alle Richtungen. Wenn es sein muss, spielt er Rock, etwa zusammen mit der niederländischen Band The Ex. Er suchte den Funk in der Re-Interpretation von Stücken George Clintons. Gleichzeitig ist er Bewahrer einer Tradition, die er »Free Jazz Classics« nennt, indem er Kompositionen von Cecil Taylor, Ornette Coleman oder Rahsaan Roland Kirk neu eingespielt hat. Vor allem aber ist er ein unermüdlicher Schöpfer großartiger eigener Musik, und das mit einer Besessenheit, die es selbst den vielen Fans seiner Kunst hin und wieder schwer macht, angesichts seiner vielen Projekte, Mitmusiker und Alben noch den genauen Überblick zu behalten.

Der Saxofonist, Klarinettist und Komponist Ken Vandermark, von dem hier die Rede ist, gehört ohne Zweifel zu den auffälligsten Freigeistern im internationalen Jazz seit den 1990er-Jahren. Bereits sieben Mal war der 1964 geborene US-Musiker in Leer zu Gast, darunter zwei Mal mit seinem langjährigen musikalischen Mutterschiff The Vandermark 5. Das einzigartige Quintett aus Chicago gibt es nicht mehr, dafür neue Projekte, für die sich Vandermark verstärkt mit europäischen Musikern zusammen getan hat. Bestes Beispiel dafür ist das Quartett Made to Break, das mit ihm und dem Schlagzeuger Tim Daisy zur einen Hälfte aus US-Amerikanern, mit dem österreichischen Elektroniker Christof Kurzmann und dem Niederländer Jasper Stadhouders am E-Bass zur anderen Hälfte aus Europäern besteht.

Mit Made to Break hat Vandermark eine Band gefunden, in der er sein gewachsenes Interesse für elektronische Sounds, sein Faible für Grooves und seinen Drang zu ausufernder Improvisation zusammenführen kann. Das Quartett, das 2014 schon einmal in Leer zu erleben war, zielt auf Kopf und Bauch. Abstrakt flächige und rhythmische Teile wechseln sich ab und öffnen der Band große Klangräume zur Entfaltung. Zeitliche Limits gibt es dabei nicht, so dass auf den Alben des Quintetts einzelne Stücke auch schon mal die 20-Minuten-Grenze überschreiten.

»Wann immer ich zu spielen anfange, fühle ich meine Freiheit«, erzählte Ken Vandermark 2012 der Zeitschrift »Jazzthetik«. In dieser Hinsicht wird auch sein achtes Gastspiel in Leer zu einem musikalischen Bekenntnis werden ¬- und zugleich bestätigen: Er ist und bleibt ein ewig Suchender.

»Wann immer ich zu spielen anfange, fühle ich meine Freiheit.«
Ken Vandermark