Keys & Screws Double Bass

Konzert #231 — Mittwoch, 23. Oktober 2019, 20 Uhr

Thomas Borgmann - tenor & soprano sax
Jan Roder - double bass
Christoph Winckel - double bass
Willi Kellers - drums

Seit den 1990er-Jahren gehört er zu den musikalischen Wegbegleitern der Reihe »Jazz live im Speicher«. Unvergessen etwa ist sein Triokonzert mit Wilber Morris und Denis Charles (beide inzwischen verstorben) im Februar 1998. Erleben konnten wir ihn außerdem an der Seite von Peter Brötzmann und Borah Bergmann, mit dem Quartett Ruf der Heimat und gleich zweimal mit seinem Trio Boom Box. Und wer »This Is Storehouse Music«, die Doppel-CD-Box zum 100. Konzert der Reihe sein Eigen nennt, wird wissen, dass er für das Mastering der beiden Tonträger verantwortlich ist.

Sein letzter Auftritt in Leer, seinerzeit mit Boom Box, fand im März 2012 statt. Wenn man so will, war es an der Zeit, den Saxofonisten Thomas Borgmann wieder einzuladen. Zurück kommt er mit drei Musikern, die in seiner künstlerischen Praxis schon immer eine wichtige Rolle gespielt haben. Das Line-up des Quartetts Keys & Screws klingt somit vertraut, macht aber gleichermaßen neugierig. Denn neben Borgmann und Willi Kellers am Schlagzeug, deren Zusammenarbeit schon knapp drei Dekaden dauert, fällt mit Jan Roder und Christoph Winckel die Doppelbesetzung am Kontrabass auf ...

In den Biografien der vier Herren tauchen neben den eingangs Erwähnten die Namen Steve Lacy, John Coltrane, Pharoah Sanders, Ernst-Ludwig Petrowsky, Heinz Sauer, Albert Mangelsdorff, Willem Breuker, Fred Frith, Cecil Taylor, Alexander von Schlippenbach und die beiden wilden Kerle Frank Wright und Charles Gayle auf - als Spielgefährten, heiß verehrte Idole oder Musiker, mit denen sie verglichen wurden. Die musikalische Welt des steten Aufbruchs, des steten Abwägens alter und sich neu entwickelnder handwerklicher, formaler und klanglicher Traditionen, in der Borgmann, Kellers, Roder und Winckel erwachsen geworden sind, ist damit einigermaßen umrissen. Was daraus bei diesem Quartett in der Konzertsituation erwächst, aber keineswegs. In ausladenden Improvisationen lässt es aus den verschiedensten Anregungen eine Musik voller überraschender Wandlungen und großer origineller Vielfalt entstehen.