Max Andrzejewski's Hütte & Guests Play the Music of Robert Wyatt

Konzert #235 - Donnerstag, 27. Februar 2020, 20 Uhr

Johannes Schleiermacher - tenor sax
Tobias Hoffmann - guitar
Andreas Lang - double bass
Max Andrzejewski - drums & arrangements
Cansu Tanrikulu - vocals
Jörg Hochapfel - keyboard & guitar

Die einen kennen weder seinen Namen noch seine Musik; andere lieben ihn, weil er nie hip und in irgendwelche Pop-Moden involviert war; manche halten Robert Wyatt, geboren 1945 in Bristol, gar für einen der größten britischen Musiker der letzten 50 Jahre. Bekannt wurde er als Schlagzeuger der legendären Jazzrockband Soft Machine, später faszinierte er mit seinen Soloprojekten, darunter die Alben »Rock Bottom«, »Dondestan« und »Comicopera«. Keine Frage, Wyatt, der nach einem Fenstersturz seit 1973 im Rollstuhl sitzt, ist in der Popmusik eine Ausnahmeerscheinung: politisch links stehend, starrsinnig und kämpferisch, zugleich mit einer der schönsten männlichen Gesangsstimmen ausgestattet, die Pop hervorgebracht hat.

Neue musikalische Äußerungen des notorischen Nonkonformisten werden immer seltener; sein bislang letztes reguläres Studioalbum, »For The Ghosts Within«, erschien 2010. Erfreulicherweise gibt es aber immer wieder »Tributes«, Konzerte und Platten von Ensembles, die Stücke von Wyatt bearbeitet haben und so mit dafür sorgen, dass sein Werk präsent bleibt. Hierzulande haben das neuerdings, als Auftragswerk für die Leipziger Jazztage 2018, der Schlagzeuger Max Andrzejewski und seine Band Hütte getan. Zusammen mit Gästen, der Sängerin Cansu Tanrikulu und dem Keyboarder und Gitarristen Jörg Hochapfel, bearbeiteten sie Wyatt-Klassiker wie »N.I.O.« und »Little Red Robin Hood Hits The Road«, aber auch weniger bekannte Stücke des Briten.

In einer Studioversion gibt es Andrzejewskis Wyatt-Projekt inzwischen auch auf CD. Zart, brüchig oder auch energetisch gelingen dem sechskopfigen Ensemble wunderbare Interpretationen zwischen Nähe und Abstand zu den Originalen. Auch Wyatt selbst war vom Ergebnis sehr angetan, die Musikkritik ebenfalls. »Fernab aller Klischees werden die Lieder in die Gegenwart getragen, in der angemessenen Mischung aus Nachdenklichkeit, Ehrfurcht und Abenteuerlust«, schrieb etwa der Jazzpublizist Wolf Kampmann.